Web 2.0 und Enterprise 2.0 im Unternehmenskontext

28. Juli 2010 2 Kommentare

Posted by Mag. Christian Hois, 28.Juli 2010

Ich möchte in einer 3 teiligen Artikelserie versuchen, diesen in IT und business-Welt derzeit heftig diskutierten Megatrend etwas konkreter fassbar zu machen und  auch Definition sowie Ziele, Zweck, Nutzen, Chancen aber auch Risiken für Unternehmen zu durchleuchten. Die Arbeitswelt steht angeblich vor einer Kulturrevolution. Enterprise 2.0 Tools ersetzen bisherige Arbeitsabläufe und zwingen Unternehmen zu neuen Formen der Interaktion und Kollaboration um effizientere und effektivere Wissensarbeitsstrukturen aufbauen zu können.

Web 2.0, was ist das?

Darunter versteht man eine Menge an Technologien und Anwendungen, die eine effizientere Interaktion zwischen Menschen, Inhalten und Daten ermöglichen, um gemeinsam neue Geschäftsfelder, Serviceangebote aber auch bessere Arbeitsstrukturen zu entwickeln. Die bisherigen Interaktions- und Kommunikations- sowie Zusammenarbeits-Technologien (Kommunikation 1.0 ) weisen viele Mängel und Defizite auf, die mit den neuen Formen beseitigt bzw. gemildert werden sollen (und auch können!).

Social Media

Dieser Begriff meint Tools und Anwendungen/Mashups wie WIKIs, Blogs, Bookmarking, Tagging, Xing, Facebook, Youtube uam., betont also besonders die Bedeutung der durch den Nutzer erstellten Beiträge und Inhalte (User generated Content). 

Web 2.0, also soziale Netzwerke, neue Kommunikations- und Arbeitsformen wie Instant Messaging, Blogging, Wikis oder Videokonferenzen uam., dringen vom privaten Bereich zunehmend in die Unternehmen ein.

Enterprise 2.0, was ist das?

Dieser Begriff wurde vom Hardvard Prof. P.A.McAfee 2006 in seinem bandbrechenden Artikel  „ Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboartions“  eingeführt und bedeutet  im Unternehmenskontext soviel wie „selbstorganisierende (emergente) Social-Software-Plattformen, die im Unternehmen oder zwischen Unternehmen und ihren Partner und Kunden eingesetzt werden“,  die  durch sich neue bildende Arbeits- und Prozessstrukturen besser geeignet sind,  effektivere und effizienter Formen der Interaktion und Zusammenarbeit sowie des Wissensaustausches für den modernen Wissensarbeiter zu schaffen, damit Technologien auch dem sozialen Aspekt der Zusammenarbeit mehr Rechnung tragen, als bisher alle klassischen Formen von business-Anwendungen dies geschafft haben. Es wird daher oft sogar von einer sich anbahnenden Revolution der Wissensarbeit und eines Kulturwandels in den Interaktion und Zusammenarbeit gesprochen, in der aktuell enorme Chancen und Potentiale für mehr Produktivität und Innovation gesehen werden.

Bild entnommen von Dion Hinchcliffe

Welche Erwartungen hat Enterprise 2.0 und wird sich der Wandel vollziehen?

Unternehmen mit einer ausgeprägten Wissens- und Kollaborationskultur könnten damit die Produktivität um bis zu 250% steigern, haben Harvard-Wissenschaftler errechnet. Mehr als überzogen, wie ich meine,  aber trotzdem ein Grund sich dem Thema näher zu widmen.  Persönlich bin ich aber der Meinung, dass auch Enterprise 2.0 kein Allheilmittel sein wird. Die neuen kollaborativen Arbeitsformen im Netz werden die bestehenden Arbeitsformen ergänzen, aber sicher nie vollständig ersetzen. So jedenfalls mein Zugang, aber auch ich bin ja der Generation der Digital Natives leider schon entwachsen ;-)))

weitere brandaktuelle lesenswerte Studien aus Österreich:

Hinweisen möchte ich auch auf eine brandneue Studie zum Thema: Web 2.0 ändert Arbeit der Führungskräfte schon erheblich (Standard Artikel online: http://derstandard.at/1277337089776/Neue-Studie-Web-20-aendert-Arbeit-der-Fuehrungskraefte-schon-erheblich)  sowie den Artikel  Freiheit für die Kommunikation  auch aus dem Standard, in dem auch Wirtschaft und Hohe Politik in Ö zu diesem Thema Stellung beziehen.  Aufhorchen lässt folgendes Zitat eines hohen ÖAAB-Verrtreters, der sagt:

 „Freiheit für die Kommunikation der Mitarbeiter und mehr Vertrauen im Unternehmen“ fordert der Generalsekretär des ÖAAB, Lukas Mandl. Er spricht sich klar gegen technische Sperren des Zugriffs auf Facebook und Co in Firmen und Behörden aus. Schließlich komme auch niemand auf den Gedanken, dass Mitarbeiter ihr Handy an der Eingangstür des Unternehmens abgeben.“ [Anmerkung des Autors: Alles was es dann im www gibt, ist sicher nicht geeignet, es im Unternehmen 1:1 einzusetzen, auch technische Belange sowie die Sinnhaftigkeit für die produktive Nutzung im Unternehmen müssen berücksichtigt werden. Also eine reine Abwägungssache.  Außerdem findet man diese Forderung noch sehr wenig in den meisten Unternehmen auch so freizügig gelebt. Trotzdem aber sicher ein aufhorchenlassender Gedanke;-) ]

Darüberhinaus gibt es in Österreich auch schon eine globale Enterprise 2.0 Initiative und eine Plattform. Zu finden unter:  http://www.e20initiative.at/

Abschluß und  Ausblick

Ich hoffe, mit diesem Artikel euer Interesse geweckt zu haben und werde demnächst  den zweiten Teil zum Thema: Was sind diese neuen ESSP, was können Sie leisten, warum sind diese in der modernen Wissensgesellschaft überhaupt entstanden und warum sind sie auch für Unternehmen in der Zukunft mehr als wichtig beachtet zu werden.  Web 2.0, also soziale Netzwerke, neue Kommunikations- und Arbeitsformen wie Instant Messaging, Blogging, Wikis oder Videokonferenzen, dringen vom privaten Bereich zunehmend in die Unternehmen ein. Die auf den Arbeitsmarkt strömende junge Generation Y (Digital Natives) ist technikaffin und fordert zunehmend diese gewöhnten neuen Arbeitsformen. Web 2.0 ist also nun auch ein ernst genommenes Handlungsfeld für Unternehmen geworden.

Die Herausforderung wird also für Unternehmen darin bestehen, den Verlust an Manpower  und Wissenskraft –   z.B. durch  Abgänge der aktuellen Mitarbeiter- und Führungskräfte  durch intelligentes Wissensmanagement und Know-How-Transfer zu kompensieren. Dazu gehören verbesserte Kommunikations- und Arbeitsprozesse, so dass  unterschiedliche Generationen Hand in Hand arbeiten können. Kurz gesagt: Die Unternehmen stehen langfristig vor einer evolutionären Entwicklung, der sie kurz- bis mittelfristig auch mit evolutionären Strategien begegnen müssen.

Benutzte Quellen und weiterführende Literaturquellen:

  1. MC Afee Artikel: http://www.wikiservice.at/upload/ChristopheDucamp/McAfeeEntrepriseDeux.pdf
  2. Buch:  Praxisleitfaden Enterprise 2.0 von Frank Schönefeld, Hanser Verlag, 2009
  3. Buch von McAfee: Enterprise 2.0 – new collaborative Tools for your organisations thoughtest challenges, 2010 Harvard Press
  4. Buch von Buhse W. Die Kunst, los zu lassen Enterprise 2.0, Rhombos Verlag 2008
  5. Onlinequellen: http://www.wiwo.de/management-erfolg/enterprise-2-0-435086/,  Aktuelle Studie zu E20 in Ö, D und CH aus 2010 zu finden unter http://www.centrestage.de/enterprise-2-0-studie/
  6. Studie aus 2010: Wie Unternehmen das Web 2.0 für sich nutzen (Brandaktuell ist super:-)–> http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000260227.pdf
  7. vielen andere div. Online Quellen und Bücher zum Thema
  8. Skriptum: Enterprise 2.0 aus einem Besuch eines Seminars in der Donau-Universität Krems
  9. Blogs von Hinchcliffe Dion und McAffee

PS: Schönen Sommer und Urlaub wünscht euch der Autor: Christian Hois🙂  

Kategorien:Enterprise 2.0

Studie: Unternehmen zögern beim Einsatz von Web 2.0

Die beliebtesten Dienste sind Wikis, Blogs und Foren. Hauptsächlich geht es den Firmen um Kommunikation und Marketing. Potenzial besteht, wenn Firmen „Mut zum offenen Austausch“ zeigen. Deutsche Unternehmen setzen Social Media nur zögerlich ein. Zu diesem Schluss kommt Antje Stobbe von der Deutsche Bank Research. Für ihre Studie (PDF) hat sie die Ergebnisse von mehreren Untersuchungen zusammengeführt.

Demnach besteht häufig große Unsicherheit, was die Bedeutung von Web 2.0 im geschäftlichen Umfeld angeht. Erst etwa ein Fünftel der Unternehmen in den USA und Europa nutzt Blogs, Foren oder Wikis. Viele kommen über das Experimentierstadium nicht hinaus: 40 Prozent der deutschen Unternehmen setzen nur ein bis drei Anwendungen ein – häufig völlig unkoordiniert und ohne Konzept. Laut Stobbe haben nur wenige Unternehmen eine übergreifende Strategie für den Einsatz von Web 2.0 entwickelt.

Vielfach experimentieren die Firmen zunächst intern. Zwar setzen manche – etwa die Kelterei Walther oder der Tiefkühlkosthersteller Frosta – Unternehmensblogs auch zur Kundenbindung ein; sie scheuen aber häufig vor einer offenen Auseinandersetzung mit Kritik von Lesern zurück – und lassen das hierin liegende Potenzial ungenutzt. 
 (Quelle: http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_studie_unternehmen_zoegern_beim_einsatz_von_web_2_0_story-39002364-41535240-1.htm)

Originalstudie:  http://www.dbresearch.com/PROD/DBR_INTERNET_EN-PROD/PROD0000000000260227.pdf

Kategorien:Enterprise 2.0

Praxisleitfaden Enterprise 2.0 Buch-Rezension von centrestage

Das Buch von Frank Schönfeld ist sicher kein leichtgewichtiges Buch, dazu gibt es aber auch schon genügend im Enterprise 2.0-Umfeld. Eigentlich sind mehrere Bücher in einem Buch zusammengefasst worden, was zu einer gewissen Komplexität führt. Gutes Buch- habe es als Lektüre zum Thema  aufgenommen.

Hier der Orginalbeitrag: Praxisleitfaden Enterprise 2.0 « centrestage.

Kategorien:Enterprise 2.0

Eine wissenschaftliche Studie zu Enterprise 2.0 – Gegenwart und Zukunft

Der vorliegende Beitrag von  Alexander Richter und Angelika C. Bullinger  zeigt, basierend auf der Literaturanalyse und der Fokus-gruppe mit Experten, die Vielseitigkeit der Themenfelder im Bereich Enterprise 2.0 auf und systematisiert den aktuellen Stand der Erkenntnis. Er zeigen sechs Metathemen auf, in welchen Forschungsbedarf für Wissenschaft und Praxis im Feld Enterprise 2.0 besteht.  Jedes dieser Metathemata –Zielsetzung und Definition, Enterprise 2.0 in der Organisation, Funktionalitäten, Motivation, Nutzung , Daten  -verdient für sich genommen die Aufmerksamkeit von Forschung.

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Kategorien:Enterprise 2.0

Studie Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung

Vor wenigen Tagen haben Dr. Martina Göhring, Prof. Dr. Joachim Niemeier und Milos Vujnovic vom Esslinger Beratungsunternehmen Centrestage GmbH eine hochinteressante Studie unter dem Titel “Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung” veröffentlicht. Die Studie ist frei auf der Webseite des Unternehmens zum Download verfügbar. Mit dieser Veröffentlichung belegen die Autoren ein weiteres Mal ihre Kompetenzführerschaft im Themengebiet Enterprise 2.0 im deutschsprachigen Raum. Communardo hat  die Studie für Sie gelesen und wesentliche Aspekte zusammengefasst.    Lesen Sie mehr hier …..

Kategorien:Enterprise 2.0

Arbeiterkammer Wien startet zentrale Wissensplattform mit NetApp SAN, Microsoft Hyper-V und SharePoint Server 2010

Der schnelle und reibungslose Zugang zu Wissen, Daten und Dokumenten ist eine der  großen Herausforderungen der Informationsgesellschaft– und eine Frage der Kommunikation und Organisation. Wer arbeitet woran? Was ist wo vorhanden?

Die AK Wien hat nun ein Referenzprojekt mit der HATAHET productivity solutions GmbH gestartet, um den Informationsaustausch und Wissensstand innerhalb der Organisation auf ein neues, verbessertes Niveau zu bringen und zugleich die Overhead-Kosten abzubauen.

Lesen Sie mehr hier ……

Arbeiterkammer Wien startet zentrale Wissensplattform mit NetApp SAN, Microsoft Hyper-V und SharePoint Server 2010.

Kategorien:Intranet 2.0

Wie funktioniert eigentlich Crowdsourcing im Unternehmen?

 

Crowdsourcing bezeichnet im Gegensatz zum Outsourcing nicht die Auslagerung von Unternehmensaufgaben und -strukturen an Drittunternehmen, sondern die Auslagerung auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern im Internet. Eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Amateure generiert Inhalte, löst diverse Aufgaben und Probleme oder ist an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt.

Wie funktioniert eigentlich Crowdsourcing im Unternehmen?.

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